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Welche Strategie ist bei einem steigenden Mietzins sinnvoll?

Veröffentlicht am 08.02.2024 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Die Trendwende beim Referenzzinssatz schlägt sich auch auf die Mietpreise nieder. Dadurch haben viele Mieter und Mieterinnen eine Erhöhung ihres Mietzinses zu erwarten und fragen sich: Kann ich mir meine Wunschwohnung überhaupt noch leisten?
Referenzzinssatz wurde um 0,25 Prozent erhöht

Im Jahr 2008 wurde der schweizweite Referenzzinssatz für Hypotheken eingeführt. In den folgenden Jahren sank diese Masszahl stetig. Im Herbst 2023 stieg der Referenzzinssatz zum ersten Mal seit dessen Einführung, was sich auf die zukünftige Höhe Ihres Mietzinses auswirken könnte.

Aus diesem Grund ist es in der momentanen Situation besonders wichtig, die eigene Wohnsituation realistisch einzuschätzen und genau zu kalkulieren, welche Höhe des Mietzinses zum persönlichen Budget passt. Generell gilt die Faustregel, dass höchstens ein Drittel des Lohnes für die Wohnkosten aufgewendet werden soll. Ein Umzug in einen günstigeren Kanton ist - falls es die persönliche Situation erlaubt - eine Alternative.

Wann müssen Sie mit einer Mieterhöhung rechnen?

Sie müssen schon zum nächstmöglichen Kündigungstermin mit einer Erhöhung des Mietzinses
rechnen. Allerdings ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass der Mietzins an den Referenzzins
angepasst werden muss. In der Vergangenheit wurde bei vielen Wohnungen der Mietzins trotz eines niedrigeren Referenzzinsniveaus nicht gesenkt. Dadurch haben einige Haushalte momentan keine Erhöhung des Mietzinses zu befürchten.

Ob die Erhöhung des Referenzzinssatzes zu einem allgemeinen Anstieg der schweizweiten Mieten führen wird, bleibt noch abzuwarten. Manche privaten Immobilienbesitzer werden auf eine Erhöhung verzichten, während davon ausgegangen werden kann, dass grosse Liegenschaftsverwaltungen eher auf einer Erhöhung bestehen werden.

Wenn Sie Ihren Mietvertrag schon vor 2020 abgeschlossen haben und der Mietzins nicht analog zum sinkenden Referenzzinssatz vermindert wurde, haben Sie in der nächsten Zeit keine höheren Mietkosten aufgrund der Zinssatzänderung zu befürchten. Denn das bedeutet, dass der Mietzins auf einem Niveau abgeschlossen wurde, der oberhalb des aktuellen Referenzzinssatzes liegt. Allerdings ist eine Erhöhung des Mietzinses auch aus anderen Gründen - beispielsweise durch die Inflation - möglich.

Welchen Mietzins kann ich mir überhaupt leisten?

Die momentan angespannte Weltlage mit stark gestiegenen Energiepreisen und einer hohen
Inflationsrate verunsichert viele Menschen. Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und die Gefahr steigender Nebenkosten verstärken diese Verunsicherung noch. Selbst wenn Sie ein relativ hohes Gehalt beziehen, sollten Sie umsichtig haushalten und Ihr Budget möglichst realistisch einschätzen. Eine möglichst präzise Kalkulation der monatlichen Einnahmen und Kosten sollte vor allem bei einem bevorstehenden Umzug durchgeführt werden. Denn die Erfahrung zeigt, dass viele Menschen ihre monatlichen Ausgaben zu niedrig einschätzen und für unvorhergesehene Ausgaben nicht gewappnet sind.

Berücksichtigen Sie auch eventuell anstehende Bonuszahlungen bei einer solchen Berechnung besser nicht.Schliesslich können Sie nicht davon ausgehen, dass Sie auch im folgenden Jahr eine Sonderzahlung erhalten werden. Falls Sie erkennen, dass Ihr Gehalt nicht ausreicht, um
sich in einem Ballungszentrum eine ausreichend grosse Wohnung in verkehrsgünstiger Lage zu leisten, können Sie sich auf eine Warteliste für eine Genossenschaftswohnung setzen lassen. Gerade in grossen Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt wie beispielsweise Zürich beträgt der Mietzins bei Genossenschaftswohnungen häufig nur die Hälfte einer vergleichbaren Wohnung auf dem privaten Wohnungsmarkt.