Der erste Eindruck entsteht innerhalb kurzer Zeit. Noch bevor im Bewerbungsgespräch die erste fachliche Frage gestellt wird oder beim neuen Arbeitgeber die eigentliche Arbeit beginnt, nehmen Menschen Körpersprache, Blickkontakt und Auftreten ihres Gegenübers wahr.
Eine scheinbar kleine Rolle spielt dabei die Begrüssung. Doch gerade weil sie am Anfang einer Begegnung steht, kann sie den weiteren Verlauf eines Gesprächs beeinflussen.
Der Händedruck gehört in der Schweiz weiterhin zu den üblichen Begrüssungsformen im beruflichen Umfeld. Selbstverständlich ist er jedoch nicht mehr in jeder Situation. Unternehmenskultur, persönliche Präferenzen und unterschiedliche kulturelle Gewohnheiten spielen eine zunehmend grössere Rolle.
Wer unsicher ist, muss deshalb nicht möglichst schnell die Hand ausstrecken. Ein freundliches Lächeln, Blickkontakt und eine offene Begrüssung funktionieren auch ohne Körperkontakt.
Wird Ihnen die Hand angeboten, können Sie den Händedruck selbstverständlich erwidern.
Wenn Sie jemanden per Handschlag begrüssen, ist Zurückhaltung meist die beste Strategie. Ein kurzer, natürlicher Händedruck mit angemessenem Druck genügt völlig.
Ein demonstrativ kräftiger Händedruck wirkt nicht automatisch selbstbewusst. Ebenso wenig lässt ein zurückhaltender Handschlag zuverlässig auf Unsicherheit schliessen. Nervosität, Gewohnheiten, körperliche Voraussetzungen oder kulturelle Unterschiede können die Begrüssung beeinflussen.
Versuchen Sie deshalb weder, Ihren Händedruck als Machtinstrument einzusetzen, noch sollten Sie zu viel in den Handschlag Ihres Gegenübers hineininterpretieren.
Viel entscheidender ist das Gesamtbild. Eine aufrechte Körperhaltung, ein freundlicher Gesichtsausdruck und angemessener Blickkontakt vermitteln Aufmerksamkeit und Interesse.
Gerade bei Vorstellungsgesprächen hilft es, bewusst und ruhig aufzutreten. Wer hektisch in den Raum kommt, gleichzeitig Jacke, Smartphone und Unterlagen sortiert und dabei die Begrüssung beinahe vergisst, startet unnötig unruhig ins Gespräch.
Planen Sie deshalb genügend Zeit ein, verstauen Sie Ihr Smartphone und seien Sie beim Kennenlernen mit Ihrer Aufmerksamkeit vollständig beim Gegenüber.
Nicht jede Person fühlt sich mit Körperkontakt gleich wohl. Umarmungen, Berührungen am Arm oder ein Händedruck mit beiden Händen können bei vertrauten Personen herzlich wirken, im beruflichen Erstkontakt aber schnell zu persönlich sein.
Besonders beim ersten Kennenlernen empfiehlt es sich deshalb, etwas mehr Distanz zu wahren und auf die Signale des Gegenübers zu achten.
In internationalen Unternehmen kann die passende Begrüssung zusätzlich von kulturellen Gepflogenheiten abhängen. Was hierzulande selbstverständlich erscheint, kann andernorts ungewöhnlich oder sogar unangebracht sein.
Bei wichtigen internationalen Geschäftskontakten lohnt es sich daher, sich vorab über lokale Umgangsformen zu informieren. Offenheit und respektvolle Zurückhaltung sind im Zweifel die sicherste Wahl.
Der berufliche Erstkontakt findet heute längst nicht mehr ausschliesslich persönlich statt. Bewerbungsgespräche, Kundentermine und Meetings werden regelmässig per Video durchgeführt.
Der Händedruck fällt dort zwar weg, der erste Eindruck nicht. Ein freundlicher Einstieg, Blick in Richtung Kamera, gute Körperhaltung und volle Aufmerksamkeit übernehmen gewissermassen seine Funktion.
Ob mit oder ohne Händedruck: Eine gelungene Begrüssung soll keine Demonstration von Stärke sein. Sie vermittelt Respekt, Aufmerksamkeit und Offenheit.
Wer seinem Gegenüber freundlich begegnet, persönliche Grenzen respektiert und authentisch auftritt, hat für einen positiven ersten Eindruck bereits vieles richtig gemacht.