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Arbeitsmarkt in der Schweiz: Wo wiegt der Personalmangel besonders schwer?

Veröffentlicht am 11.08.2022 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Die Wirtschaft hat sich nach der Corona-Krise erholt und floriert in weiten Teilen. Während in früheren Jahren viele Arbeitskräfte wenigen Arbeitsplätzen gegenüberstanden, hat sich die Lage zugunsten der Arbeitnehmer gedreht. So kommt es, dass manche Unternehmen fast verzweifelt nach Personal suchen. In welchen Branchen der Personalmangel besonders gravierend ist, wir haben die
wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
Schweiz: In welchen Branchen Arbeitskräfte fehlen

Das Bundesamt für Statistik (BfS) zählte Ende Mai 2022 in der gesamten Schweiz rund 114´000
offene Stellen. Das sind 43´000 Stellen beziehungsweise 60 Prozent mehr als noch Anfang des Jahres
2021. Der Arbeitskräftemangel zieht sich durch alle Branchen, wobei fünf besonders betroffen sind,
nämlich Gastronomie und Beherbergungsbetriebe, die IT-Branche, der Maschinenbau, das
verarbeitende Gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen.

Hinter Gastronomie und Hotellerie sowie für den Tourismus im Allgemeinen, die von den durch die
Corona-Krise bedingten Massnahmen besonders hart getroffen wurden, liegen harte Zeiten. Umso
grösser war die Freude, als die Konjunktur deutlich anzog. Doch jetzt kommt mit dem Personalmangel
der nächste Schock, den es zu überwinden gilt. Nicht viel anders geht es den anderen Branchen,
wobei diese bereits vor der Corona-Krise mit dem Arbeitskräftemangel zu kämpfen hatten. Grund
genug, einmal auf die Gründe für den Personalmangel zu schauen.

Was sind die Gründe für den Arbeitskräftemangel?

Tatsächlich fehlten im Gastgewerbe und in Beherbungsbetrieben in der Schweiz noch nie so viele
Arbeitskräfte wie aktuell. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (BfS) lag die Zahl der
offenen Stellen bei 10´600. Das ist eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Denn Ende des Jahres
2021 betrug die Zahl der in Gastronomie und Hotellerie offenen Stellen noch 5´300.

Einer der Gründe für den Arbeitskräftemangel in dieser Branche ist die Tatsache, dass sich während der
Corona-Krise viele Beschäftigte nach einer anderen Beschäftigung umgesehen haben. Sie wollten sich
nicht damit abfinden, durch Corona-Massnahmen beeinträchtigt zu werden und suchten nach Alternativen. Ohnehin sind die Rahmenbedingungen in Gastronomie und Hotellerie nicht die besten.
Überstunden, ständige Bereitschaft, mangelnde Wertschätzung und obendrein ein schlechter Lohn
sind hausgemacht, sodass sich die Branche über den Arbeitskräfteschwund nicht wirklich zu wundern
braucht.

Anders sieht es in der IT-Branche aus, wo die fortschreitende Digitalisierung, auch in Zeiten von
Corona, den ohnehin schon bestehenden Fachkräftemangel noch intensiviert hat. Im Maschinenbau
fehlt es vor allem an Maschineningenieuren. Zum einen sind inländische Ingenieure rar. Zum anderen
werden Spezialisten gesucht, sodass es schwierig ist, Arbeitskräfte zu finden, die vollständig dem
gesuchten Profil entsprechen.

Tatsächlich sind viele Unternehmen nicht bereit oder auch nicht in der Lage, Ingenieure entsprechend fachspezifisch einzuarbeiten beziehungsweise auszubilden.

Massnahmen gegen den Arbeitskräftemangel in der Schweiz.

Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, hat der Verband GastroSuisse bereits Massnahmen ergriffen. Nach Auskunft des Verbandspräsidenten Casimir Platzer wurde ein Fünf-Punkte-Plan entwickelt mit dem Ziel, das Image von Gastronomie und Hotellerie zu verbessern.

Die Imagekampagne führt den Titel "Wir arbeiten mit Leidenschaft im Gastgewerbe" und hat zum Inhalt, die Anstellungsbedingungen attraktiver zu gestalten. Deshalb werden eigens Schulungen durchgeführt, um die Themen "Wertschätzung" und "Führung" zu manifestieren. Auch Quereinsteiger sind willkommen, denen es leichter gemacht werden soll, sich in den jeweiligen Bereichen nachzuqualifizieren.

In den anderen Branchen besteht der Arbeitskräftemangel schon länger. Insgesamt wird die Beseitigung des Personalmangels als eine der grössten Herausforderungen der Zukunft und als gesamtpolitische
Aufgabe angesehen.