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Haben seltene Berufe eine Zukunft?

Veröffentlicht am 11.07.2024 von Marcel Penn, Marketing- und Verkaufsleiter Classifieds - Bildquelle: Getty Images
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Nach dem Abschluss der Schule stehen junge Menschen vor der Frage, welche Ausbildung sie
absolvieren möchten. Die Auswahl ist gross, es gibt viele offene Stellen für Auszubildende. Mitunter besteh der Wunsch, eine Ausbildung in einem klassischen, heute eher seltenen Beruf zu absolvieren. Doch ist das überhaupt noch möglich?
Berufe mit Tradition - es gibt sie noch.

Viele junge Menschen wünschen sich eine berufliche Zukunft mit einer hohen Flexibilität. Zeitlich
und örtlich unabhängig arbeiten zu können und möglichst wenig Zwängen zu unterliegen, ist eine
Vorstellung, in der sich Schulabgänger sehen. Tatsächlich gibt es in der Digitalisierung und im
Bereich der Dienstleistungen viele Möglichkeiten, auf einem solchen Weg in die berufliche Zukunft zu starten.

Flexible Arbeitszeiten im Handwerk

Doch es gibt auch noch die klassischen Berufe: Auch im Handwerk sind die Arbeitszeiten flexibler
geworden. Dies gilt vor allem dann, wenn es sich um Handwerkskunst handelt, die so häufig nicht
mehr angeboten wird. Berufe wie Sattler, Messerschmied, Graveur oder Glasmaler werden in der
Schweiz von durchschnittlich fünf jungen Menschen in jedem Ausbildungsjahr begonnen. In diesen Berufen geht es nicht um massenhafte Fertigung: Die Aufträge kommen von Kunden, die das Besondere suchen. Handwerkliches Geschick, Talent und Ideenreichtum sind gefragt. Der Nachweis einer Matura ist für diese Berufe nicht erforderlich.

Selbstständigkeit oder Zusammenarbeit auf Augenhöhe

In seltenen Berufen, die nicht mehr so oft gelehrt werden, arbeiten junge Menschen nach ihrer
Ausbildung auf Augenhöhe mit dem Chef. Oft machen sie sich im Verlauf ihrer Ausbildung
selbstständig und bilden später Lehrlinge aus. So wird die Tradition der Berufe gewahrt. Dies ist
aber nur möglich, wenn seitens der Kunden Bedarf besteht. Und dieser ist vorhanden: Viele Betriebe, die selten gewordene Dienstleistungen anbieten, haben mehr Aufträge, als sie in einem kurzen Zeitraum bearbeiten können.

Es gibt wieder mehr Kunden, die individuelle Arbeiten oder klassische Handwerkskunst schätzen und dafür gern ein wenig mehr Geld ausgeben. Somit haben seltene Berufe eine Zukunft und können dennoch mit modernen Arbeitszeiten verbunden werden. Der Chef verlangt nicht mehr, dass die Mitarbeiter morgens um sechs Uhr in der Werkstatt stehen. Die Aufträge müssen termingerecht erledigt werden: Doch eine Arbeitszeit, die sich stärker an die Bedürfnisse der Beschäftigten anpasst, ist möglich. Dies kommt nicht nur jungen Menschen zugute, sondern auch Familien mit Kindern.

Sie möchten einen klassischen Beruf erlernen? - Gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz

Wenn Sie den Wunsch haben, einen klassischen Beruf zu erlernen, haben Sie gute Chancen, einen
Ausbildungsplatz zu bekommen. Mitunter müssen Sie einen Wohnortwechsel in Kauf nehmen: Die Anzahl der Betriebe, die Auszubildende in klassischen Berufen aufnehmen, ist nicht mehr so hoch. Die späteren Chancen auf die Übernahme in einen festen Arbeitsvertrag sind sehr gut: Betriebe bilden in der Regel nur so viele junge Menschen aus, wie sie später auch beschäftigen können. Sie haben mit einer Weiterbildung zum Meister später die Möglichkeit, einen eigenen Betrieb zu führen.

Voraussetzungen für das Erlernen eines klassischen Berufs

Sie müssen einen guten Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife mitbringen, wenn Sie einen
klassischen Beruf erlernen möchten. Ausserdem benötigen Sie Interesse an Schulfächern wie Werken oder Technologie und handwerkliches Geschick. Für spezielle Ausbildungen, beispielsweise zum Bühnentänzer, sind Vorkenntnisse erforderlich, die sie bereits in der frühen Kindheit erwerben. Die schulischen Leistungen müssen gut bis sehr gut sein: Nur dann ist es möglich, sich dem Training und den komplexen Inhalten der Ausbildung mit ausreichend Zeit widmen zu können.

Seltene Berufe haben Zukunft

Auch seltene Berufe haben eine Zukunft: Wenn Sie eine klassische Handwerkskunst oder einen
künstlerischen Beruf erlernen möchten, haben Sie auch in Zeiten der Digitalisierung die
Möglichkeit dazu. Die Ausbildungsplätze sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die
Nachfrage nach Handwerkskunst oder künstlerischem Schaffen ist aber hoch, sodass Sie sehr gute
Berufsaussichten haben.